aus dem amtlichen Schulanzeiger mit freundlicher Genehmigung der Regierung von Oberfranken/Schulabteilung

Das verachtete Glück

Ein Holzhauer aus Neubau hatte eben sein Handwerkszeug zusammengepackt und wollte sich nach vollendeter Tagesarbeit auf den Heimweg machen, als er merkte, daß ihn jemand an der Jacke zog und zupfte. Ein kleiner Wichtelmann stand neben ihm, sah zu ihm auf und hielt ihm einen Steinbrocken hin, der aussah wie ein abgebrochenes Stück Ziegelstein. Der Holzhauer betrachtete den rötlichen Steinbrocken, konnte an ihm aber nichts Besonderes finden und warf ihn, obwohl das Männlein ernsthaft den Kopf schüttelte, in die Holzspäne des Holzzurichtplatzes. "Nimm ihn doch mit heim!", beschwordas Männlein noch einmal den Holzhauer, doch der wischte sich nur seine Hände an Hose und Jacke ab und ließ den Stein liegen. Traurig blickte ihm der kleine Wichtel nach, als er so ohne Dank und ihn nicht würdigend davonging. Zu Hause war jedoch seine Verwunderung groß, als ihn seine Frau fragte, woher seine Hände und die Kleidung von Goldstaub glänzten. Ihm wurde natürlich bewußt, daß dies nur von dem roten Gestein sein konnte, das er von dem kleinen Männlein bekommen und so achtlos beiseite geworfen hatte. Zwar eilte der Holzhauer sofort an den Zurichtplatz im Wald zurück --allein der Stein blieb verschwunden. Er hatte das Glück in Händen gehabt, doch mißachtet.

BS. u. a.