aus dem amtlichen Schulanzeiger mit freundlicher Genehmigung der Regierung von Oberfranken/Schulabteilung

Verwandlungssagen

Allgemeine Feststellungen

Solche Sagen handeln im allgemeinen davon, daß durch einen guten oder bösen Wunsch eines "Zaubermächtigen" Dinge, aber auch Menschen sich verwandeln, damit eine andere Form, Gestalt annehmen oder Dinge sich in einem neuen (meist wertvollerem) Stoff präsentieren. Aus dem Ochsenkopfbereich sind einerseits Sagen bekannt, bei denen sich Gegenstände meist in Gold umwandeln, wenn man sie beachtet und auch in ihrer oft geringwertigen alten Form wertschätzt. Meist sind es auch unscheinbare Wesen, wie Zwerge, Wichteln, die dabei wirksam werden. Es existieren aber auch sog. "Menschenwandlungssagen". In unserem vorliegenden Sagenbereich des Ochsenkopfes handelt es sich dabei um das Verwandeln von jungen Frauen, die entweder einer bösen Verwünschung unterliegen und Befreiung erhoffen oder um einen Wechsel von der Geist- zu Manschengestalt. Ob aber bei diesen "Jungfrauensagen" immer ein Bezug vorliegt zu den göttlichen oder halbgöttlichen Wesen des Heidentums (weiße Jungfrauen im Priesterdienst), die den Sterblichen noch zu bestimmter Zeit sichtbar werden (Gleichmann u. a.), mag doch zumindest in manchen Fällen bezweifelt werden.