aus dem amtlichen Schulanzeiger mit freundlicher Genehmigung der Regierung von Oberfranken/Schulabteilung

Es sind unterschiedliche Schatzräume, die sich im Ochsenkopf offensichtlich anbieten: Unterirdische Kapellen im

"Vergessenen Schatzschlüssel"

Eine "Wunderblume", mit der sich alle Wünsche erfüllen und alle Schätze erschließen lassen, wächst am Johannistag als einzige ihrer Art im Gebiet des Ochsenkopfes. Ein Mann aus Neubau fand sie einmal und nahm sie mit nach Hause. Daheim wurde sie zu einem Schlüssel. Da erinnerte sich der Finder an alte Erzählungen vom Wert dieser Verwandlung. Sogleich begab er sich noch einmal auf den Berg und kam zu einer unterirdischen Kapelle. Er sperrte deren Tor auf, betrat mutig den dunklen, einsamen Raum Lind erstaunte über all die Schätze, die da lagen rund um den Altar. Er stopfte sich alle Taschen voll Gold und Silber, bis er plötzlich eine dumpfe Stimme vernahm: "Mach, daß du fortkommst, aber vergiß das Beste nicht!" Der Mann verließ eilends die Kapelle, vergaß aber vor Schreck den Schlüssel abzuziehen. Damit hatte er zugleich sein Glück verscherzt; das mitgenommene Gold und Silber löste sich in nichts auf. Trotzdem nahm er am nächstjährigen Johannistag erneut den Weg zum Ochsenkopf, pflückte wiederum die Wunderblume, stieg auch wieder in die Schatzkirche hinab, um sich noch einmal mit Gold und Silber reichlich zu versorgen. Doch diesmal vergaß er vor Geldgier auf die Stunde, die die Kapelle geöffnet blieb. Er verspätete sich und mußte nun ein ganzes Jahr lang eingeschlossen bleiben. Ihm allerdings kamen die zwölf Monate nicht länger als drei Tage vor. Dennoch schwor er sich, nie wieder hinzugehen, und ließ auch alles Gold und Silber dort, da er fürchtete, es könne ihm Unglück bringen.

BS. u. a.