aus dem amtlichen Schulanzeiger mit freundlicher Genehmigung der Regierung von Oberfranken/Schulabteilung

Bergname aus der Sage

J. K. Köppel (1795) sagt, daß noch heutigentags die Leute erzählen würden, wie die Heiden im grauesten Altertum auf der höchsten Spitze dieses Berges einen Gott verehrt hätten, der die Gestalt eines Ochsenkopfes gehabt hätte und in den Felsen gehauen gewesen wäre. "Von diesem Bilde findet man freilich keine Spur mehr, wenn man nicht allenfalls die schlechten Umrisse eines Ochsenkopfs dafür hallen wollte, die gegen Mittag in ein unerhebliches Felsenstück eingegraben sind, und die vermutlich ein Hirt aus langer Weile zur Erhaltung jener Sage eingemeißelt haben mochte." Nach Scherber besteht aber die (gesicherte) Überlieferung, "daß einst in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts der Hauptmann Johann Ochs zu Wunsiedel nach einem ausgehauenen Ochsenkopf am Fichtelberge habe suchen lassen, weil darunter Kleinodien von großem Wert verborgen sein sollten". Eine Granitsäule auf der Ochsenkopfspitze hielt man damals für dieses Denkmal, es waren darin verschiedene Buchstaben eingemeißelt, von denen IHL soviel heißen sollte wie: in hoc loco, d. h. unter diesem Steine. Scherber: "Den Aufschluß dessen, was gemeint ist, gibt eine Volkssage. Unter jenem Stein soll nämlich der Schlüssel zu den Geheimnissen des Berges verwahrt liegen." (Man denkt dabei jedoch zugleich mit an die Analogie mit dem "Schlüssel" unter dem Wacholdersträuchlein auf der Ehrenbürg!)