aus dem amtlichen Schulanzeiger mit freundlicher Genehmigung der Regierung von Oberfranken/Schulabteilung

Ein Stein mehr wert als eine Kuh

Ein armes Bäuerlein hütete seine Kühe in der Gegend des Ochsenkopfes, wo heute Fleckl steht. Als sich ein Tier vom Weideplatz entfernen wollte, nahm der Bauer einen Stein, der zufällig zu seinen Füßen lag, und warf nach der störrischen Kuh. Da kam just in diesem Augenblick ein Venetianer daher, der alle goldhaltigen Gesteine genau kannte. Der hob den Stein auf, betrachtete ihn genau und ließ ihn in seiner Tasche verschwinden. Der Bauer, der dies sah, lachte dazu. Da sagte der Venetianer: Glaube mir, mein lieber Fichtelberger, dieser Stein, mit dem du eben warfst, ist mehr wert als deine Kuh.' Damit ließ er den Bauern stehen. Geschwind füllte sich dieser jetzt alle seine Taschen mit henimliegenden Steinen. Doch als er heimkam, wurde er von seiner Frau ausgelacht. Da warf er dieselben wieder weg, anstatt manchen genauer anzusehen.

(nach Steuning-Hofmann, 1926)