aus dem amtlichen Schulanzeiger mit freundlicher Genehmigung der Regierung von Oberfranken/Schulabteilung

Einführung

"Zu den fränkischen Sagenbergen gehört nach den mannigfachen Überlieferungen, die wir in Hinsicht auf ihn haben, auch der Ochsenkopf im Fichtelgebirge. Sein Name wird erstmals 1491 in einer Bergwerksangelegenheit erwähnt, wo es heißt, daß Lorenz von Ploben zu Nürnberg das Bergwerk am Fichtelberg bei dem Ochsenkopf zu Lehen empfangen hätte." (Kunze, Fränkische Heimat 1938) Und tatsächlich: Kaum ein Berg Frankens kann auf einen so reichen Sagenkreis verweisen wie unser oberfränkischer Ochsenkopf. Dabei ist interessant, wie breit die Sageninhalte gestreut sind; gibt es doch viele Sagenorte, bei denen eben nur eine Sagenproblematik die Grundlage abgibt für alle dort angesiedelten Sagen. Dem ist - wie gesagt - beim Ochsenkopf nicht so. Begründet ist dies in dem vielfältigen historischen Angebot aus Natur und Menschenschaffen, das hier sich aufzeigt. So bezieht sich einerseits ein wesentlicher Teil der Ochsenkopfsagen auf unheimliche, damit dem früheren Menschen häufig unverständliche Naturerscheinungen, die sich ihm über den einst wilden Wald, den Fichtelsee und natürlich den Berg selbst boten. Gleichrangig dazu existiert eine zweite große Sagengruppe. Den Hintergrund für sie bilden die einst weithin vermuteten Schätze im Berg selbst. Was fand man denn da nicht auch alles vor, was den Menschen zum Nutzen dienen konnte. Nicht so sehr die Steine, der Granit und Proterabas waren es einstens, die zum Abbau verlockten. Es waren die Gold- und Silberfunde, später im Mittelalter dann das Silbereisenerz, das Leute von nah und fern anlockte und um 1600 Verdienst, in der vorherigen Venedigerzeit aber reichen Gewinn verhieß. Nun weiß natürlich jeder Sagenkenner, daß die als Sagen überlieferten einstigen Erzählgeschichten im Laufe der Jahrhunderte gar manchmal unsachgerecht ergänzt und auch ausgeschmückt wurden. Allermeist aber haben sie einen sog. ,Kern", der das einstige Geschehen, oft allerdings nur auch "Muten" Vermuten) der Menschen beinhaltet. Und was sich hier an der Vielzahl dieser doch recht eng ortsbezogenen Ochsenkopfsagen auftut, ist es wert, "betrachtet" und besonnen zu werden. Dazu will dieses Heft dienen, allem voran der oberfränkischen Lehrerschaft, die sich unterrichtlich oder auch im Zusammenhang mit einem Besuch dieses bekanntesten oberfränkischen Berges und seiner unmittelbaren Umgebung mit diesem Sagengut konfrontiert sehen muß und soll. Verwiesen werden darf hierbei auf die zum Ochsenkopf bereits erschienene Nummer 241 der Heimatbeilage, die sich mit den geographischen, naturkundlichen und historischen Gegebenheiten auseinandersetzt und die sachliche Grundlagen zum Berg selbst bietet.